3 Manchester


Manchester

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Man|ches|ter 〈[mæ̣ntʃıstə(r)] umg. [manʃɛ̣stə(r)] m.; -s; unz.; Textilw.〉 kräftiger Kord [nach der engl. Stadt Manchester]

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1Man|ches|ter ['mɛnt̮ʃɛstɐ , engl.: 'mæntʃɪstə ]:
Stadt in England.
2Man|ches|ter ['mɛnt̮ʃɛstɐ , man'ʃɛstɐ ], der; -s [nach der gleichnamigen engl. Stadt]:
strapazierfähiger, steifer, gerippter Baumwollsamt bes. für Arbeitsanzüge.

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I
Manchester
 
['mæntʃɪstə], ein breit gerippter Cordsamt (Cord).
 
II
Manchester
 
['mæntʃɪstə],
 
 1) größte Stadt und Verwaltungssitz der Metropolitan County Greater Manchester, England, zwischen Merseyniederung und Penninischem Gebirge, (1997) 427 700 Einwohner (1961: 661 000 Einwohner). Die seit 1961 zu verzeichnenden hohen Bevölkerungsverluste, v. a. im Innenstadtbereich, resultieren aus der Slumsanierung, verbunden mit Umsiedlung und Abwanderung in das Umland. Seit den 80er-Jahren umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen im Stadtzentrum, Revitalisierung des alten Kanalsystems. Manchester ist anglikanischer Bischofssitz. An die Universität (gegründet 1851 als College, seit 1903 Universität) ist die Manchester Business School angeschlossen. Andere Einrichtungen von Bildung und Kultur in Manchester sind: Manchester Polytechnic (gegründet 1970, seit 1992 Universität), Royal Northern College of Music, nationales Computerzentrum; Bibliotheken (u. a. Chatham's Library, gegründet 1653); Kunstgalerien und Museen (u. a. Greater Manchester Museum of Science and Industry, gegründet 1983; City Art Gallery; Imperial War Museum North); Kulturzentrum »The Lowry« 2000 eröffnet; Sinfonieorchester (Hallé Orchestra), Theater; Rundfunk- und Fernsehstudios. - Nach London ist Manchester das bedeutendste britische Finanz- und Handelszentrum. Die Industrialisierung begann in Manchester sehr früh (Zentrum der Baumwollindustrie). 1898 entstand am Manchester Ship Canal der erste Industriepark Großbritanniens, der Trafford Park (circa 12 km2). Nach 1945 waren die dort angesiedelten Betriebe, besonders die des Maschinenbaus mit Rüstungsproduktion, stark vom Niedergang betroffen. Die Zahl der Arbeitskräfte im Trafford Park belief sich 1945 auf 75 000, in den 70er-Jahren auf 50 000, 1987 nur noch auf 24 000. Mithilfe einer staatlich getragenen Entwicklungsgesellschaft (seit 1987) erfolgten zahlreiche Neuansiedlungen, sodass die Zahl der Arbeitsplätze 1995 wieder 43 013 erreichte, davon nur noch 34 % im industriellen Sektor. Neben Maschinenbau hat Manchester elektrotechnische und elektronische, chemische und pharmazeutische, Textil-, Bekleidungs-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie, Druckereien. Manchester ist Knotenpunkt im britischen Eisenbahn- und Autobahnnetz mit Stadtautobahn; internationaler Flughafen.
 
 
Die Kirche Saint Mary wurde 1421 zur Stiftskirche erhoben (seit 1847 Kathedrale), anschließend im Perpendicular Style erneuert und bis Ende des 19. Jahrhunderts erweitert; nördlich der Kirche Chetham's Hospital (1422-61, heute Schule). Nach ersten klassizistischen Bauten des frühen 19. Jahrhunderts wurde die Stadt v. a. von Bauten des viktorianischen Stils geprägt, dessen erstes Denkmal das Albert Memorial (1862-67) ist. 1859 errichtete man die Assize Courts, 1868-77 die Town Hall, ab 1869 Owens College (heute Universitätsgebäude) und 1899 John Rylans Library. 1976 bauten L. Bernstein und R. Negri das Royal Theatre. Bemerkenswert ist auch das moderne Great Manchester Exhibition and Event Centre (G-Mex), das im ehemaligen Gebäude des viktorianischen Hauptbahnhofs eingerichtet wurde. In den 80er-Jahren wurden innerstädtische Bereiche saniert, darunter das Projekt Castlefield mit einem Museumskomplex an der Liverpool Road. Als dekonstruktivistischesBauwerk entstand das Imperial War Museum North von D. Libeskind (2002 eröffnet).
 
 
Manchester entstand im Mittelalter in der Nähe eines ehemaligen römischen Kastells (Mamucium, auch als Mancunium überliefert), das, obwohl seit Jahrhunderten verlassen, für die Stadt namengebend wurde. Die Entwicklung zur Stadt setzte im 13. Jahrhundert ein; ihr Aufstieg wurde durch flämische Einwanderer gefördert, die 1330 das Textilgewerbe nach Manchester brachten, später durch die Einführung der Baumwollindustrie (1789 Aufstellung der ersten Dampfmaschine für die Baumwollspinnerei). 1762 wurde der erste Kanal (zu den Kohlefeldern von Worsley) fertig, 1830 die Eisenbahnlinie nach Liverpool eröffnet. Manchester erhielt 1838 Stadtrecht, seit 1853 ist es City, seit 1888 Stadtgrafschaft. Der Aufstieg der Stadt seit der industriellen Revolution spiegelt sich in den Einwohnerzahlen: um 1650: etwa 5 000; 1760: etwa 17 000; 1801: über 70 000; 1851: 218 000 und 1901: 544 000. - Manchester, Symbol des britischen Kapitalismus und Wirtschaftsliberalismus, gab um die Mitte des 19. Jahrhunderts dem Manchestertum, seinen Namen.
 
 
 
Rich inheritance. A guide to the history of M., hg. v. N. J. Frangopulo (Manchester 1962).
 
 2) Stadt in New Hampshire, USA, 99 500 Einwohner; katholischer Bischofssitz; größtes Handels- und Industriezentrum des Bundesstaates; Maschinenbau, Textil-, Schuh- u. a. Industrie.
 

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1Man|ches|ter ['mɛntʃɛstɐ, engl.: 'mæntʃɪstə]: englische Stadt.
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2Man|ches|ter ['mɛntʃɛstɐ, man'ʃɛstɐ], der; -s [nach der gleichnamigen engl. Stadt]: strapazierfähiger, steifer, gerippter Baumwollsamt bes. für Arbeitsanzüge.

Universal-Lexikon. 2012.

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